Paella cooking class

Paella Al Americana

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Von | Donnerstag, 27 Oktober 2016

Die Paella ist nicht nur eines der bekanntesten Gerichte Spaniens, auch kulturell hat sie eine wichtige Bedeutung. Sie wiederspiegelt die verschiedenen Kulturen, die in Spanien während Jahrhunderte aufeinandertrafen. Der Name “Paella“ bezieht sich eigentlich auf die “patella“, lateinisch für Pfanne, in der man sie traditionellerweise zubereitet. Der Reis jedoch stammt aus der Zeit der muslimischen Besetzung, als diese Zutat importiert wurde und mit dem Anbau in Spanien begonnen wurde. Einige glauben sogar, dass der Name vom arabischen Wort “Baqiyah“ ableitet, was so viel wie Überreste bedeutet. Sie wurden demnach von muslimischen Dienern zu einer Paella weiterverarbeitet.

 

In der Küche

Der Ort, an dem Wunder vollbracht werden

 

Der Kochkurs mit unseren amerikanischen Studenten, die in Sevilla ein Auslandssemester absolvieren, fand in einer modernen, loftartigen Wohnung im Zentrum Sevillas statt. In der Mitte der offenen Küche stand ein großer Gasbrenner mit einer noch größeren Bratpfanne darüber, worauf wir später die Paella zubereiteten.

In zwei Gruppen unterteilt begannen die Einen, das Fleisch und das Gemüse in kleine Stücke zu schneiden und die andere Hälfte kümmerte sich um die Brühe.

 

Yale und Diana bei den Vorbereitungen

Yaye und Diana überwachen die Vorbereitungen

 

Als die Vorbereitungsarbeiten abgeschlossen waren, war das Olivenöl in der großen Bratpfanne bereits heiß und das Fleisch konnte nun in der Pfanne angebraten werden. Wir ließen es so lange in der Pfanne anbraten, bis es sich leicht goldbraun zu färben begann. Kurz danach wurde das Fleisch zur Seite genommen und das Gemüse angebraten. Die fein geschnittenen Peperoni, Zwiebeln und Knoblauchzehen wurden der Reihe nach beigegeben und sorgfältig von unseren amerikanischen Studenten angebraten. Als nächstes mussten die Tomaten, Paprika und das bereits leicht angebratene Fleisch in die Pfanne. Nach einigem Rühren kam schließlich die Brühe dazu.

Nun fehlte nur noch die wichtigste Zutat: der Reis. Der Reis wurde so zugegeben, dass er gleichmäßig verteilt war und nicht über den anfänglich zugegebenen Zutaten lag. Danach durfte der Reis nicht mehr bewegt werden. Nun mussten wir die Paella nur noch 18 Minuten vor sich hin kochen lassen.

In der Zwischenzeit brachten uns die Kursleiterinnen einige aufs Essen bezogene Redewendungen bei. Beispielsweise “Ser un chorizo“, eine Wurst sein, was so viel wie Räuber bedeutet. Oftmals wird es von Spaniern im Bezug auf Politiker angewendet.  “Darse una torta“, eine Torte geben, was das Austeilen oder Einstecken einer Ohrfeige bedeutet, ist ebenfalls eine bekannte und vielgebrauchte Redewendung.

Der Geruch der unterdessen fast fertiggekochten Paella rief bei allen schon großen Hunger hervor. Umso schlimmer war es, als wir hörten, dass man die Paella nach dem Kochen noch knappe zehn Minuten ruhen lassen muss. Doch mit Brot überbrückten wir auch diese Minuten, bevor wir endlich unsere Paella kosten durften.

Hut ab vor unseren Universitätsstudenten, die Paella war wirklich köstlich. Gibt es eine bessere Art und Weise, mehr über die spanische Kultur und Küche zu lernen?

 

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