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Alleine reisen

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By Sarah Krendl | Montag, 04 Dezember 2017

 

Alleine reisen – Nein danke? Ja bitte!

Alleine reisen heißt nicht immer alleine sein. Viele Leute haben Angst davor alleine zu reisen, speziell Frauen aufgrund von negativen Vorurteilen. Dennoch ist der Trend hinsichtlich Alleinreisender im Aufschwung, überhaupt junge Frauen wagen immer mehr den Sprung in die Selbstständigkeit auf einer Reise mit sich selbst.

Alleine reisen? Nein danke? Ja bitte! Es gibt viele Menschen, die behaupten alleine zu reisen wäre komisch bzw. es würde wirken, als hätte man keine Freunde oder so genannte „travelbuddies“. Aber als moderner Mensch im 21. Jahrhundert ist es das absolut nicht! Alleine reisen verändert und entwickelt. Gleichzeitig ist es wohl eine der schönsten und aufregendsten Abenteuer, die man erleben kann.  Man kann also behaupten, dass es wohl komisch ist zu denken, dass alleine reisen komisch ist.

 

Veränderung

In erster Linie ist es die Veränderung der eigenen Person, die das alleine reisen so wertvoll macht. Doch diese Veränderung ist nicht etwas Negatives, sondern ganz im Gegenteil sehr positiv. Alleine reisen macht dich kreativ, du kommst auf Dinge, die du sonst nicht denken oder machen würdest. Man lernt, Probleme auf eigene Faust zu lösen. Egal ob du die Adresse deiner Unterkunft vergessen hast, nicht mehr weißt von welcher Haltestelle dein nächster Bus fährt oder wie viele Kilometer zu Fuß es bis zum nächsten Supermarkt sind, du wirst lernen damit umzugehen. Du beginnst mit wildfremden Leuten zu sprechen, verbringst wohmöglich mit diesen deinen restlichen Tag und landest dann schlussendlich vielleicht sogar in deren Haus, um ein typisch einheimisches Gericht auszuprobieren. Das Wichtigste dabei ist, Vertrauen aufzubauen, den Gefährlichkeitsgrad einzuschätzen und sich letztenendes einfach zu trauen. Dieser Mut, den man früher nicht hatte, wird vielmals gestärkt, wenn man alleine unterwegs ist. Man entwickelt Mut, neue Dinge zu wagen, aber auch Mut seine eigenen Gedanken, Ideen und Träume zu kreieren und verwirklichen. Egal was andere sagen oder denken, man bildet seine eigene Meinung. Eine eigene Meinung, die beeinflusst wurde von verschiedenen Erinnerungen, Erfahrungen und dem Eintauchen in eine andere, neue Kultur. Der Kontakt mit fremden Menschen, das Diskutieren in einer anderen Sprache, das Leben in einem anderen Land verändert. Es verändert positiv, denn es entwickelt.  

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“Adiós”  Komfortzone 

Doch nicht nur die Veränderung macht das Reisen so spannend, auch die direkte Konfrontation mit seinen eigenen Schwächen und Ängsten. Wenn man alleine reist, ist nicht immer jemand da, der uns tröstet, zuhört oder dem man vertrauen kann. Du verlässt deine Komfortzone und feierst ein Fest der Freiheit. Manchmal muss man selbst mit schwierigen Situationen klar kommen, aber das sind diese, die uns helfen zu lernen und zu wachsen. Es macht einen stärker und unabhängiger. Man gewohnt sich daran, Situationen alleine zu lösen ohne der Hilfe und Abhängigkeit anderer. Gleichzeitig wird ein unvergleichbares Glücksgefühl ausgelöst, wenn man etwas Unbekanntes alleine bewältigt. Du wirst es lieben lernen, alleine zu sein, dein Frühstück mit dir selbst zu genießen, den Ausblick vom höchsten Berg der Stadt zu erkunden, den Kaffee an einem urigen Straßeneck zu schlürfen oder einfach den Wellen des Meeres zu lauschen.

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Sich Neues trauen

Auch aber wirst du bemerken, dass du nicht immer alleine bist. Die Welt ist riesig, für viele Menschen beängstigend riesig, aber mit genug Hausverstand wirst du entdecken, dass sie nicht unendlich gefährlich ist. Nicht alles stimmt, das dir die Medien erzählen. Du triffst Leute auf der Straße während du nach dem Weg fragst, du lernst Menschen kennen im Hostel während du dein Bett vorbereitest und du quatscht mit dem Kellner, der dir typisches Essen serviert. Frage nach, interessiere dich, trau dich, probiere, spreche – lerne zu verstehen warum, wieso und woher.

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Eigenes Tempo finden

Alleine reisen bedeutet aber auch sein eigenes Tempo zu finden. Du selbst entscheidest, wie lange du an verschiedenen Orten verbringen möchtest. Dir gefallen die Gassen des kleinen Dorfes, wo du dich gerade befindest? Verbringe mehr Zeit dort! Du hast Freunde gefunden, die noch eine Nacht länger hier schlafen? Verlängere auch. Du selbst entscheidest. Du selbst bist der Organisator deines Abenteuers. Warte nicht auf deinen Travelbuddy für bestimmte Angebote, schnapp den Bus auf den Trip ins Unbekannte. Keiner wird dich davon abraten. Keiner wird versuchen, dich zu überreden. Du selbst bestimmst. Du wirst entscheidungsfreudiger.

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Reisen macht reich

Reisen macht dich reicher. Sicher ist, dass es nicht reicher macht hinsichtlich des Geldes, dass du aufbrauchst, während du unterwegs bist. Sicher ist aber auch, dass es dich reicher macht in anderer Währung. Du gewinnst an Wissen, Mitgefühl, Erfahrungen, Kultur, Leidenschaft, Ausdruck, Selbstvertrauen, Sprache, etc. Dein Verstand erweitert sich, du lernst mit Situationen umzugehen und Dinge umzusetzen. Du lernst dir selbst mit dem Chaos im Leben zurecht zu kommen. Deine Mitfahrgelegenheit fährt doch nicht? Du hast den Bus verpasst? Dein Hostelmitbewohner schnarcht? Du hast deine Badehose im letzten Hostel vergessen? Lass es dich ein Lächeln kosten, es gibt eine Million schlimmere Sachen.

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Verwandlung in einen Reiselogistikguru

Alleine unterwegs lernt man sein Hab und Gut zu minimieren. Dieser eine Rucksack, der dieses bestimmte Gewicht nicht übersteigen darf, wird dein treuester Wegbegleiter. Hosen, T-Shirts, Kamera, Handy – was brauche ich wirklich alles auf meiner Reise? Tausend Fragen gehen dir durch den Kopf. Du entwickelst dich zum wahren Organisationstalent. Planen, buchen, transportieren sind deine neuen Lieblingsaktivitäten, du veränderst dich zum Reiselogistikguru. Du bist gleichzeitig Spitzensportler, weil du durchschnittlich Halbmarathone täglich zu Fuß hinter dich legst. Du bist Weltrekordhalter im Beeilen und Laufen und das mit Zusatzgewicht. Leider aber auch, wirst du nicht nur merken, welche Dinge im Rucksack die wichtigsten sind, sondern auch welche Freunde und Familie die wahren sind.

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Genießen lernen

Alleinreisende entwickeln tiefen Respekt für die Mutter Erde. Du reist und schätzt deine Umgebung, die Lebensräume, Pflanzen, Tiere und Menschen. Alles was du siehst, ist besonders, einzigartig, atemberaubend – einfach schön. Deine Sichtweise der Welt ändert sich. Es sind nicht die materiellen Dinge, die zählen. Es sind die Menschen, Orte und Erinnerungen, die letztenendlich deine Souvenirs sind. Alleine zu reisen lehrt dich, stehen zu bleiben, den Sonnenuntergang zu genießen, an den Blumen am Straßenrand zu riechen, eine heiße Schokolade oder Tee richtig zu schmecken. Du wirst dein Herz öffnen, für alles das es gibt. Du gibst der Welt etwas zurück, du bist dankbar. Du wirst herausfinden, wie schön es ist sich zu verlaufen, denn es bringt dich schlussendlich an Orte, die unglaublich sind, aber nicht auf deiner Bucket-List standen. Das Leben ist so kostbar, probiere es!

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Momente statt Dinge

Alleine zu reisen ist deine Erfahrung. Du lernst, wer du wirklich bist. Du beginnst auf deine Bauchgefühle zu hören und wirst spontaner. Du liebst dich selbst für den Menschen in den du dich entwickelst. Du liebst deinen Körper für die Stärke, die er dir beweist, für die Ausdauer, die er unter extremen Konditionen aufzeigt und die Leistungsfähigkeit unter Stress, Angst, Ungewissheit und Tagen, an denen du dich alleine fühlst. Diese Erfahrungen sind aber auch die Wurzeln deiner inneren Stärke. Folge deinen Träumen, steigere deinen Mut und Respekt. Sammle Momente statt Dinge.

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