kulturelle Unterschiede in Spanien

Die 5 auffälligsten kulturellen Unterschiede in Spanien

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Von | Donnerstag, 17 Mai 2018

Damit du auf deinen Aufenthalt in Spanien bestens vorbereitet bist und einen kompletten Kulturschock vermeiden kannst, möchten wir dich vorab schon ein wenig über die kulturellen Unterschiede in Spanien informieren. Wie in jedem anderen Land wirst du auch in Spanien mit ungewohnten Bräuchen und Sitten konfrontiert werden. An einigen wirst du dich schneller als an andere gewöhnen, aber damit du schon mal vorgewarnt bist und weißt, wie du in diesen Situationen reagieren kannst, stellen wir dir fünf der auffälligsten kulturellen Unterschiede in Spanien vor.

1. Begrüßung

Die Begrüßung wird vermutlich der erste kulturelle Unterschied in Spanien sein, der dich etwas stutzig machen wird. In Spanien begrüßen sich die Leute nämlich nicht, indem sie sich die Hand schütteln, sondern mit zwei Küsschen (besitos). Wichtig dabei ist die Reihenfolge der Küsschen, denn man beginnt immer mit der rechten Wange des Gegenübers, danach ist die linke dran. Eigentlich ist es mehr ein Berühren der Wangen, während beide Personen das Geräusch eines Kusses machen.

kultureller Unterschied in Spanien Begrüssung

Eigentlich solltest du es von zu Hause aus kennen, denn auch in Deutschland und Österreich sind zwei Wangenküsschen üblich, während es in der deutschsprachigen Schweiz immer drei sind. Der große Unterschied ist jedoch, dass Mitteleuropäer sich nur mit Küsschen begrüßen, wenn sie sich gut kennen und meist erst im Erwachsenenalter. Spanier dagegen begrüßen alle mit zwei besitos, egal ob beim ersten Treffen oder nach langer Freundschaft. Nur Männer begrüßen sich meist mit einem Handschlag, einem Klopfer auf den Rücken oder einer halben Umarmung.

Die Spanier gelten als offener als wir Mitteleuropäer und fügen zu jeder Begrüßung noch ein freundliches “cómo estás” oder “qué tal” hinzu.  Auch das ist bei uns eher unüblich. Wir fragen sehr wohl auch, wie es den anderen geht, erwarten aber immer eine Antwort, während es in Spanien einfach nur eine Grußformel ist. Wann aber gebe ich eine Antwort und wann nicht? Naja, dazu gibt es keine Regel, du wirst es mit der Zeit merken.

2. Essenszeiten

Eigentlich ist in Spanien der ganze Tagesrhythmus völlig anders als in Mitteleuropa, und dadurch natürlich auch die Essenszeiten. Während in Deutschland, Österreich und der Schweiz das Frühstück morgens eine sehr wichtige Mahlzeit ist, wird in Spanien nach dem Aufstehen oft nur ein Kaffee, Toast oder ein Süßgebäck gegessen. Einige Stunden später, etwa zwischen 11.00 und 12.00, gönnen sich die meisten eine kurze Pause um ein zweites Frühstück zu essen.

Nur so kann man es bis zum Mittagessen aushalten und hier beginnen schon die großen Unterschiede. Die Spanier essen ihr Mittagessen nicht vor 14.30 Uhr. Das könnte einer der schwierigsten kulturellen Unterschiede in Spanien sein, denn mit einem kleinen Frühstück im Magen bis 14.30 Uhr zu warten scheint am Anfang unmöglich zu sein. Die gute Nachricht: Das Mittagessen ist die größte Mahlzeit in Spanien und man gewöhnt sich ziemlich schnell an das Warten, wenn man den knurrenden Magen mit einem kleinen Snack zwischendurch tröstet.

kultureller Unterschied in Spanien Essenszeiten

Nachmittags ist es üblich einen kleinen Snack zu essen. Deshalb trifft man viele Spanier nachmittags in einem der vielen Cafés und Tapasbars an. Mit Tapas, Sandwiches, Früchte, Eis, Granizados, Kaffee, Kuchen werden die Stunden bis zum späten Abendessen überbrückt. Abendessen gibt es in Spanien nämlich erst ab 22.00 oder noch später. Wenn du, wie die meisten MundoLengua-Teilnehmerin in einer spanischen Gastfamilie leben wirst, isst du wahrscheinlich schon gegen 21 Uhr. Unsere einheimischen Gastfamilien machen dir so die Anpassung an diesen kulturellen Unterschied in Spanien ein wenig leichter.

Übrigens, hast du gewusst, dass Spanien eigentlich in der falschen Zeitzone ist? Geografisch gesehen müsste Spanien die gleiche Zeit wie Portugal, Großbritanien und Irland haben, also eine Stunde weniger als die mitteleuropäische Zeit. Wenn wir aber nach Spanien reisen, müssen wir unsere Uhr nie verstellen. Das hat einen geschichtlichen Hintergrund. Der Diktator Franco hat im zweiten Weltkrieg die Angleichung an die deutsche Zeit befohlen und diese falsche Zeit wurde nie wieder umgestellt. Ein weiterer Grund, weshalb das Leben in Spanien später beginnt und bis später in die Nacht geht.

3. Siesta

Die Siesta ist ein wichtiger Tagesabschnitt des spanischen Lifestyles und ein großer kultureller Unterschied in Spanien. Durch die heißen Temperaturen im Sommer (und die langen Nächte) wird nach dem Mittagessen, zwischen 15.00 bis 18.00 Uhr oft eine Siesta gehalten. Siesta könnte mit Mittagssschlaf oder Nachmittagsschläfchen übersetzt werden, ist aber viel mehr als nur das. Es ist die Zeit, in der sich die Leute ausruhen, nach Hause gehen, die Familie besuchen, TV schauen, mit Freunden etwas trinken gehen. Viele Shops und Geschäfte sind während der Siestazeit geschlossen.

Auch wenn du selbst kein Mittagsschläfchen halten möchtest, solltest du die Siesta respektieren. Das heißt, wenn deine Gastfamilie ein Schläfchen hält, versuche sie nicht zu wecken. Geh zu dieser Zeit nur im Stadtzentrum shoppen, da viele kleine Geschäfte geschlossen sind. Plane keine Aktivitäten zu dieser Zeit und genieße einfach diesen tollen kulturellen Unterschied in Spanien, denn wer kann es sich zu Hause in Mitteleuropa schon leisten, zwei Stunden am Tag ein Schläfchen zu halten?

4. Unpünktlichkeit

Als Deutsche, Schweizer und Österreicher gehört für uns Pünktlichkeit zu einer guten Erziehung. Zu spät zu erscheinen geht bei uns gar nicht. Dieser kulturelle Unterschied in Spanien kann anfangs ein wenig mühsam sein, denn in Spanien wird Pünktlichkeit anders gewertet. Wenn du dich mit Spaniern verabredest, erwarte mindestens sieben Minuten Verspätung oder pass dich einfach an. Wenn ich meine spanischen Freunde treffe, sind sie immer um die 15 Minuten zu spät. Ich habe das akzeptiert und komme jetzt selbst immer 15 Minuten später, so sind alle zu spät oder eben niemand.

Werde also nicht gleich nervös, wenn mal jemand nicht zur vereinbarten Zeit vor Ort ist. Und keine Angst, bei Centro MundoLengua sind wir pünktlich und du wirst nie alleine bei einem Treffpunkt warten müssen.

5. Take it easy

kultureller Unterschied in Spanien Take it easy

Spanier lieben es sich für alles Zeit zu lassen. Ob beim Kaffeetrinken mit Freunden, Abendessen, oder einfach mit jemandem zu plaudern, schnell sind zwei Stunden vergangen. Die spanische Kultur bedeutet, das Leben so zu nehmen wie es kommt, sich auszuruhen, viel Zeit mit der Familie und Freunden zu verbringen. Spanier wollen keine voreiligen Pläne machen. Diesen kulturellen Unterschied in Spanien solltest du bei den gemeinsamen Mahlzeiten mit deiner Gastfamilie im Hinterkopf haben. Es ist unhöflich, gleich nach dem Essen aufzustehen. Lass dir Zeit beim Essen, bleib sitzen, unterhalte dich mit deiner spanischen Gastfamilie und verbessere so auch noch automatisch dein Spanisch.
Zuerst wird es dir seltsam vorkommen, drei Stunden beim Abendessen zu verbringen, aber mit der Zeit genießt du diese gemeinsamen Mahlzeiten um dich mit deiner spanischen Gastfamilie, Freunden und Bekannten auszutauschen. Die Zeit wird wie im Flug vergehen. Manche Menschen bevorzugen den organisierten, stressigen Alltag wie wir ihn von zu Hause kennen. Die Spanier dagegen genießen die Zeit in Gesellschaft.

Ein Auslandaufenthalt in Spanien ist eine wunderbare Erfahrung. Du lernst die spanische Kultur kennen und verbesserst deine Spanischkenntnisse. Hab keine Angst davor, dich mit den kulturellen Unterschieden auseinanderzusetzen, stell dich darauf ein und pass dich an. Es ist ein tolles Erlebnis! Behalte diese fünf kulturellen Unterschiede in Spanien im Hinterkopf, so kann dich bei deiner Ankunft nichts mehr aus der Bahn werfen.

Wurdest du mit anderen kulturellen Unterschiede in Spanien konfrontiert? Hat dich etwas besonders geschockt als du nach Spanien gekommen bist? Lass es uns wissen und erzähle deine Geschichte in den Kommentaren oder kontaktiere uns! Wir freuen uns über deine persönliche Geschichte!

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